Eine Anekdote von Aksin Alfons

Henk Wolf, 26.7.2022

In den vergangenen Jahren habe ich ein paar Mal mit Alfons Fugel gesprochen, einem Scharreler, der schon lange in Österreich lebt. Er verfolgt die Entwicklungen im Saterland noch immer mit großem Interesse und hat mir verschiedene interessante Geschichten erzählt.

Eine Anekdote wurde durch eine meiner Seeltersk-Kolumnen angeregt. Darin erzählte ich, wie die Saterländer damals “Oold Brood” (wörtlich “altes Brot”, gemeint werden jedoch menschliche Fäkalien) für die Behandlung von Brandwunden eingesetzt haben.

1972 hat Herr Fugel unglücklicherweise sein Fußgelenk verrenkt. Bevor er ins Krankenhaus fahren konnte, wurde er angerufen und erhielt die traurige Nachricht, dass sein Vater bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei. Durch diesen Umstand konnte er nicht sofort zum Arzt und sein Fußgelenk war so dick geworden, dass es nicht in ordentliche Schuhe hinein passte. Zu der Beerdigung seines Vaters wollte Herr Fugel jedoch unbedingt passende schwarze Schuhe tragen. Verschiedene Saterländer empfohlen ihm darauf Kuhfladen zu verwenden.

Gesagt, getan. Ein frischer, handwarmer Kuhfladen wurde auf den schmerzenden Fuß gelegt und dieser wurde mit Handtüchern und Plastiktüten umwickelt. Herr Fugel sagte, dass der Kuhfladen das Problem nicht komplett gelöst hat, aber immerhin eine lindernde Wirkung hatte, die es ihm ermöglichte, für die Beerdigung angemessene Schuhe anzuziehen.

Wie bekannt haben viele Saterfriesen Beinamen, die entweder von einer Familie getragen oder durch das Wohnhaus bestimmt werden. Herr Fugel sagte mit, ich solle unbedingt auch seinen Beinamen Aksin (oder auch Aaksin) in dieser Kolumne erwähnen, denn die älteren Saterländern, die ihn sicherlich noch kennen, können mit Fugel wahrscheinlich mit Fugel wenig anfangen. Aksin Alfon hat mir erzählt, dass Pyt Kramer ein Gespräch mit seinem Vater aufgenommen hat. Das werde ich demnächst mal anhören. Vielleicht berichte ich in einer späteren Kolumne noch mal über die Inhalte.

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