Fundierte Kritik an die Umsetzung der Sprachencharta

Die Stelle des Saterfriesischen an den Universitäten hat sich verbessert und durch die Gründung des Seeltersk-Kontoor ist eine professionelle Infrastruktur für die Sprache entstanden. Dahingegen wurde trotz wiederholten Empfehlungen des Europarates die Lage des Saterfriesischen in den saterländischen Schulen nicht verbessert. Urkunden und Dokumente in saterfriesischer Sprache findet man in der Verwaltung noch kaum und Radio und Fernsehen in saterfriesischer Sprache ist ebenfalls selten.

Das schreibt Thees Becker, Student an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg, in einer Hausarbeit über die Evaluierung der europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen. Die von Deutschland und seinen Bundesländern für die angestammten kleinen Sprachen ergriffenenen Maßnahmen werden alle fünf Jahre von einer Expertengruppe geprüft. Diese erteilt dann Empfehlungen zur Verbesserung. Dies wurde bisher sieben Mal gemacht. In den oben genannten Bereichen, so Becker, wurde seitens der Verwaltung nicht genug unternommen.

Becker kritisiert die Tatsache, dass die Evaluierungen nicht immer die Kritikpunkte früherer Evaluierungen wieder ansprechen. Dadurch wurden etwa die fehlenden Rundfunksendung in saterfriesischer Sprache in einigen dieser Dokumente gar nicht angesprochen. Des weiteren weist er darauf hin, dass gefürchtete weitere Verschlechterungen der Lage des Saterfriesischen nicht angesprochen wurden.

[Hier können Sie die von Thees Becker verfasste Hausarbeit herunterladen.]