Kann man Seeltersk eigentlich mit der Steaten-Rechtschreibung schreiben?

Henk Wolf, 5.2.2021

Die Rechtschreibung des Westfriesischen ist nicht komplett einheitlich, aber die meisten Mensen richten sich entweder nach der sogenannten Steaten-Rechtschreibung, die 2015 vom friesischen Provinzparlament verabschiedet wurde, oder nach der Rechtschreibung, die in den Wörterbüchern der Fryske Akademy verwendet wird. Diese zwei sind nicht sehr unterschiedlich.

Das Saterfriesische hat diese Einheit nicht und irgendwie ist das schade, weil man sich mit einer Schriftsprache auch vertrauter fühlt, wenn man ein Wortbild vor sich sieht. Dies entseht leider erst nach vielem Lesen in einer mehr oder weniger einheitlichen Rechtschreibung.

Nur so als Experiment habe ich mich gefragt, ob man Saterfriesisch auch mit der westfriesischen Rechtschreiberegeln aufschreiben kann. Ich glaube, dass man ziemlich weit kommt. Ein Problem ist jedoch der Selbstlaut in Wörtern wie ‚un‘, den es im Westfriesischen nicht gibt. Die Schreibweisen ‚ûn‘ und ‚on‘ kämen nah dran, also könnte man sich für eine dieser beiden entscheiden.

Im nachstehenden (von der Website der Gemeinde Saterland übernommenen) Abschnitt habe ich diese ‚Umbuchstabierung‘ mal ausprobiert. Das Original steht [hier].

To jû Fergeenheid

Oer do ounfange fan jû besidelingshistoarje fan ‚t Seelterlound rakt det moarere teoryen. Steentidelke fûnste bewize det dear al edder mônskene wieren, man jû gjûchte besidelinge begon wijl twiske det njûgende on det tweelfte jierhonnert. Stridich is jû hêrkumst fan do earste doerhaftige bewonere. Wildêge wieren det Wêstfôlen, man det rakt ûk ounteken foar in earste besydlinge troch Frijzen.

Keine Großschreibung von Hauptwörtern also, und jede Menge Akzente über den Buchstaben. Für Westfriesen ist dies wahrscheinlich so einfach zu lesen, aber für Seelter geht es bestimmt ein paar Schritte zu weit.