Listen-Training

Henk Wolf, 26.9.2021

Westfriesisch, Saterfriesisch, Bildts und Ostfriesisches Platt waren vergangenen Freitag in der Kirche von Boksum zu hören. Dort fand kein Gottesdienst statt, sondern ein Training von der westfriesischen Sprachorganisation Afûk. Das Ziel war die Anwesenden zum Mehrsprachigkeitscoach auszubilden.

Viele Menschen sprechen am allerliebsten eine Minderheitensprache wie Friesisch oder Plattdeutsch, aber sie trauen sich nicht immer, diese im Alltag auch zu sprechen. Und je weniger eine Sprache zu hören ist, desto schlimmer steht es um ihre Überlebungschancen.

Beim Training lernten die Teilnehmer, dass man auch einfach auf Seeltersk, Frysk oder Platt anfangen kann – und wenn der Gegenüber es nicht versteht, kann man immer noch die Sprache wechseln. Sogar wenn er in einer anderen Sprache antwortet, muß man sich nicht immer anpassen. Wenn man einander nur versteht, kann ein Gespräch auch zweisprachig verlaufen und vielleicht macht es dem anderen auch Spaß, deine Sprache besser zu lernen.

Dass Sprecher verwandter Sprachen einander mit gutem Willen auch ohne große Übung ziemlich gut verstehen können, bewiesen die Teilnehmer selbst. Ab und zu mußte etwas zwischen den friesischen Sprachen oder ins Hochdeutsche übersetzt werden, aber in weitaus den meisten Fällen konnten alle ihre Lieblingssprache sprechen – was einmal mehr bewies, dass Mehrsprachigkeit in Organisationen mit Übung und in der eigenen Region nicht an Verständigungsproblemen scheitern muß.

Diese Woche findet das zweite und letzte Teil des Training statt. Ziel ist, dass die Teilnehmer nachher als Coaches in Organisationen in ihrer Region, die sprachliche Diversität und Minderheitensprachen unterstützen wollen, helfen, die Mehrsprachigkeit und Anwesenheit der Regionalsprachen voranzubringen.

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