Q&A Saterfriesisch

Foto: Kening Aldgilles (CC BY-SA 4.0)

Q: Wo wird Saterfriesisch gesprochen?
A: An allererster Stelle natürlich im Saterland, einer Landgemeinde im niedersächsischen Kreis Cloppenburg. Saterland besteht aus den Ortsteilen Wittensand, Strücklingen, Ramsloh, Scharrel und Sedelsberg. Sedelsberg gehört nicht zum ursrprünglichen Sprachgebiet und da wird auch heute nicht viel Saterfriesisch gesprochen. Ja, und ansonsten leben Saterländischsprecher inzwischen natürlich überall auf der Welt.

Q: Wie viele Menschen sprechen Saterfriesisch?
A: Wissen wir nicht genau. Forscher schätzen, dass von den heutigen 14 Tausend Saterländern noch ein bis zwei Tausend die Sprache sprechen können.

Q: Wo kommt diese Geschichte mit der ‚kleinsten Sprachinsel Europas‘ her?
A: Als Halter dieses Rekords wurde das Saterland im Jahr 1991 im Guinness Buch der Rekorde verzeichnet.

Q: Wieso denn Sater-‚Friesisch‘? Das Saterland liegt doch gar nicht in Friesland!
A: Stimmt, aber das Saterfriesische ist wie die friesischen Sprachen im niederländischen Fryslân und im schleswig-holsteinischen Nordfriesland aus der mittelalterlichen Sprache ‚Altfriesisch‚ hervorgegangen. Das ist übrigens mit dem ostfriesischen Platt, das auch ab und zu ‚Ostfriesisch‚ genannt wird, nicht der Fall.

Q: Wie unterscheidet sich Saterfriesisch von den anderen friesischen Sprachen?
A: Es wurde durch seine isolierte Lage im Moor lange viel weniger von Nachbarsprachen beeinflusst als die anderen friesischen Sprachen. Typisch ist der [r]-[d]-Wechsel: ‚Kind‘ heißt auf Saterfriesisch Bäiden (Nordfriesisch bjarn, Westfriesisch bern). Typisch saterfriesische Wörter sind baale (sprechen) und kwede (sagen).

Q: Lernen die Kinder im Saterland Saterfriesich in der Schule?
A: Das kommt darauf an, in welcher Schule sie sind. Die ‚Litje Skoule‚ (kleine Schule) in Scharrel und das Laurentius-Siemer-Gymnasium in Ramsloh strengen sich zum Beispiel sehr für die saterfriesische Sprache an. Ausführliche Informationen über den Sachstand im Unterricht finden Sie hier (auf Englisch).

Q: Kann man Saterfriesisch studieren?
A: Hmm … Jein. Es gibt kein Saterfriesischstudium an sich, aber einige Hochschulen bieten Saterfriesischkurse an. Zur Zeit kann man in der NHL Stenden Hogeschool im niederländischen Ljouwert/Leeuwarden und an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster einen Saterfriesischkurs machen. Es hat auch mehrmals Saterfriesischkurse an den Universitäten in Kiel und Oldenburg gegeben.

Q: Saterfriesisch, Westfriesisch, Nordfriesisch … können die Friesischsprecher sich eigentlich gegenseitig verstehen?
A: Kommt darauf an, wen man fragt. Man muß sich sowieso erst hereinhören, denn die Akzente sind ziemlich unterschiedlich. Dabei ist das Nordfriesische stark vom Dänischen und das Westfriesische stark vom Niederländischen beeinflusst, das macht das Verständnis schwieriger. Die Rijksuniversiteit Groningen hat erforscht, wie gut die Nord- en Westfriesen einander verstehen, wenn sie ihr eigenes Friesisch sprechen und das Ergebnis war: nicht so gut. Saterfriesisch und Westfriesisch teilen jedoch noch viele Wörter und die Erfahrung ist, dass die Sprecher dieser zwei Mundarten nicht lange brauchen, bis sie einander gut verstehen.

Q: Was macht die Politik denn eigentlich für das Saterfriesische?
A: Das Saterfriesische ist als Teil der friesischen Sprache offiziell als Minderheitensprache anerkannt. Sie wird dann auch gesetzlich vom Bund und vom Land Niedersachsen geschützt. Wie genau, das kann man in der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen nachlesen. Aber Achtung: nicht alles, was in der Charta steht, gilt fürs Saterfriesische. Hier lesen Sie mehr darüber. Und schließlich setzt natürlich die Gemeinde Saterland sich für ihre eigene Sprache ein.

Q: Haben die Saterfriesen ihre eigene Hymne?
A: Na klar! Sie heißt das Seelter Läid (Saterlied).

Q: Wo kann ich Saterfriesisch lernen?
A: Saterfriesischkurse gibt es leider im Moment nicht, aber das bedeutet nicht, dass man kein Saterfriesisch lernen kann. Auf der Seite Seeltersk lernen finden Sie Tipps.