Bild: Onno Falkena

Wissenschaftler diskutieren über Saterfriesisch

Diese Woche fand in Leeuwarden/Ljouwert die internationale Conference on Frisian Humanties statt. Freitag war Saterfriesisch eines der Themen. Mehrere Wissenschaftler präsentierten Forschungsergebnisse oder Ideen und es wurde die Gründung einer informellen Akademikergruppe für Saterfriesisch beschlossen.

Dr. Heike Schoormann von der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg berichtete über ihre Forschung nach der Aussprache der drei saterländischen Sprachen: Hochdeutsch, Niederdeutsch und Saterfriesisch. Lange Vokale werden bei jüngeren Sprechern kürzer und sind kaum mehr von kurzen Vokalen zu unterscheiden. Die Aussprache der saterfriesischen Vokale ist außerdem mit dem Plattdeutschen vergleichbar, sie weicht jedoch von der hochdeutschen deutlich ab. Für den Erhalt der originalen Aussprache wäre es vielleicht gut, Vokallänge auch in der Schriftsprache wiederzugeben.

Dr. Eric Hoekstra, Bouke Slofstra und Tessa Leppers von der Fryske Akademy haben 2021 eine neue saterfriesische Grammatik des Saterfriesischen veröffentlicht. Prof. Dr. Jarich Hoekstra von der Christian-Albrechts-Universität Kiel besprach diese in einer Vorlesung kritisch. Er lobte die Quellenübersicht und die in kurzer Zeit geleistete Arbeit, war jedoch der Meinung, die Zielgruppe hätte genauer definiert werden können.

Menno Aden präsentierte sein neues Buch Über die friesische Sprache des osterlauwersfriesischen/ostfriesischen Kulturraumes, das dieses Jahr bei der Oldenburgischen Landschaft erschienen ist. Er erzählte, wie der zwei Jahrzehnte lang Information über die ausgestorbenen ostfriesischen Mundarten, sowie das Saterfriesische gesammelt hat. Sein großes Wissen hat er in das neue Buch, das vor allem der Revitalisierung des Ostfriesischen in Ostfriesland dienen soll, niedergelegt.

Dr. Edwin Klinkenberg von der Fryske Akademy besprach die Vorhaben der Fryske Akademy und der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, eine Erhebung der Sprachbeherrschung des Saterfriesischen durchzuführen. Die letzte Zählung im Saterland wurde 1995 durchgeführt. Klinkenberg hat eine große Sprecherzählung in der Provinz Fryslân geleitet und gab für das Saterland eine Reihe von Empfehlungen.

Am Ende wurde unter Leitung von Eric Hoekstra, Bouke Slofstra und Henk Wolf die Gründung eines Akademikerkreises für Saterfriesisch diskutiert. Einige Teilnehmer befürchteten neue bürokratische Strukturen und sagten, die Frisistik an sich wäre schon in der Lage innerhalb der heutigen Strukturen die Erforschung des Saterfriesischen voranzubringen. Viele einigten sich schließlich auf eine informelle Struktur, mit einer Mailingliste und gemeinsamen Informationstagungen als verbindende Elemente.

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