Zweisprachig gegen Raser im Wohngebiet vorgehen

Henk Wolf, 7.6.2021

Viele Deutsche, die auf Sylt oder in Dänemark Urlaub machen, fahren durch die friesischsprachigen Dörfer entlang der B5 in Schleswig-Holstein. Während dieser Fahrt sehen sie vielleicht ab und zu ein zweisprachiges Ortsschild, einen deutsch-friesischen Wegweiser oder eine friesischsprachige Straßenname.

Was diesen Reisenden auch über den Weg kommen könnte, ist eine Abbildung eines schaukelnden Kindes mit daneben dem zweisprachigen Text „Achtet auf Kinder! Jeef åcht aw da bjarne!“

Diese Schilder findet man in verschiedenen Wohngebieten auf dem nordfriesischen Festland. Sie sind ein Vorbild davon, wie man eine Regionalsprache einfach sichtbarer machen kann. Warnungszeichen, die auf spielende Kinder hinweisen, werden bundesweit nicht nur von Behörden, sondern auch von Anliegern hingestellt. Sie kosten nicht viel, dienen der Sicherheit der Kinder und wenn sie zweisprachig beschriftet sind, unterstützen sie auch noch die Regionalsprache.

Ich möchte den zuständigen Behörden vorschlagen, mal über solche Schilder zu beraten. Einwohner des Saterlandes können auch selber welche machen. Jetzt schon sieht man hier und da das bekannte gelbe Warnmännchen mir seinem Fähnchen – Victor Veilig (Victor Sicher) heißt es in den Niederlanden. Statt „SLOW“ könnte Victor auch „LANGSAM / SINNIG“ aufm Bauch haben, vielleicht noch mit dem plattdeutschen „SUUTJE“ dazu. Oder man kann sich ganz einfach aus Holz ein Schild basteln. „Oachtet ap do Bäidene / Achtet auf Kinder“ sollte nicht zu schwierig sein. Haustieren zuliebe könnte man auch „Oachtet ap do Katte / Achtet auf Katzen“ schreiben.

Je mehr Saterländer mitmachen, desto deutlicher wird es den Rasern, dass sie mit ihrem Benehmen nicht nur Menschen gefährden, sondern auch gegen den Willen der Anlieger verstoßen.

Neulich beschwerten sich auf Facebook mehrere Menschen über Tempoverstöße in der Schulstraße in Ramsloh. Wäre es nicht gut, wenn dort bald die ersten mehrsprachigen Warnschilder auftauchen?

(Dieser Beitrag wurde unter dem Titel ‚Zweisprachig gegen Raser im Wohngebiet‘ am 7.6. ebenfalls als Kolumne im General-Anzeiger veröffentlicht.)